Amtliche Mitteilungsblätter, aber in cool!

In jeder Gemeinde in der Schweiz, nein eigentlich in fast jeder Gemeinde im DACH-Raum, gibt es ein Amtsblatt. Eine Zeitung mit den wichtigsten Infos für die Einheimischen. Von amtlichen Mitteilungen (Gesetzesänderungen, Versammlungen, wichtige Termine) bis zu Vereinsnachrichten ist alles dabei. Bisher war es in der ganzen Schweiz verpflichtend, die Amtsblätter gedruckt zu verteilen. Digital? Nur als Ergänzung möglich. Abbestellen? Nicht möglich.

Das Ende 2021 revidierte Gemeindegesetz ändert dies nun für den Kanton Bern. Die amtlichen Blätter müssen keine Blätter mehr sein, sondern können auch digital verteilt werden. Das ist nicht unerheblich, sondern richtungsweisend. Schliesslich ist der Kanton Bern flächenmässig (nach Graubünden) und bevölkerungsmässig (nach Zürich) der zweitgrösste Kanton der Schweiz.

Vom trockenen Anzeiger zur Lokalzeitung?

Viele Gemeinden setzen schon länger nicht mehr nur aufs gedruckte Blatt. Es wird nach anderen Optionen gesucht. Dabei vertrauen manche Gemeinden auf pfannenfertige Systeme, gehen eine Abhängigkeit ein, sind dafür aber sehr schnell in der digitalen Welt sichtbar. Andere Gemeinden nehmen das Thema selbstverantwortlich in die Hand, bauen sich die Multichannel-Plattform mit allen möglichen Kanälen. Auch ganz ohne Gesetzesänderung. So zum Beispiel die Gemeinde Goldach mit dem «Wellenbrecher».

Ob Print oder Digital: Einwohnerinnen und Einwohner wollen informiert werden. Dieses Bedürfnis für alle Beteiligten möglichst praktisch zu lösen, ist eine spannende Aufgabe.

Was heisst das für die Publishing-Branche?

Für Druckereien, Vorstufen und auch für die Gemeinden ist dieser Wechsel eine grosse Chance. Wenn nicht mehr gedruckt werden muss, können frei werdende Ressourcen genutzt werden für eine sinnvolle Kanalstrategie: Welche Inhalte in welcher Form braucht es auf welchem Kanal?

Diese Anforderung technisch zu lösen, ist das Thema der Stunde. Dabei ist das kein Hexenwerk. Wir von morntag begleiten schon jetzt diverse Druckereien und Medienhäuser in diesem Prozess, nämlich durch die Umsetzung mit WordPress. Ein bereits umgesetztes Projekt ist der Wellenbrecher. Den Kundinnen und Kunden, zum Beispiel den Gemeinden, eine geschmeidige Mehrkanal-Lösung zu präsentieren, wird das Thema des Jahres 2023 im Kanton Bern sein. Aber auch andere Regionen sollten längstens diese Schritte gehen. Wird ausschliesslich gedruckt, verlieren alle Kanäle an Wert:

  • Digital nicht vorhanden = Zielgruppenverlust
  • Print-Ausgabe überladen und deshalb unübersichtlich = keine Lösung

Print wird also nicht sterben, sondern genauso wichtig bleiben. Oder besser; zum Genussmedium werden! Mein Kaffee und meine Zeitung. Kurzfristige Berichterstattungen werden ab jetzt digital abgebildet. Auch das ist ein Gewinn, weil schneller und messbar. Ein Argument mehr für die Content-First-Denkweise. Wer das mit Strategie angeht, gewinnt!

Interessiert?

Eine tolle Lösung erarbeiten, die sich in allen Ausgabekanälen sehen lässt. Das ist unsere tägliche Arbeit. Lass uns darüber austauschen!

Eine ähnliche Version des Artikels ist auch auf publishing.blog erschienen.

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