Jugend+Sport: Einblick in den Bau des BASPO-Redaktionssystems

Wer in der Schweiz lebt und irgendwas mit Nachwuchs oder Sport zu tun hat, kennt «Jugend+Sport». Über 700’000 Kinder und Jugendliche machen jedes Jahr mit, über 100’000 ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter leiten dafür Kurse – in 88 Sportarten, von Klettern über Judo bis Unihockey.

Damit sie das gut machen können, gibt es für jede dieser Sportarten ein J+S-Manual: eine Fachpublikation, die zeigt, wie eine Sportart im J+S-Rahmen unterrichtet wird, welche Werte dahinterstehen und wie Trainings aufgebaut sein sollen. Auf Deutsch, Französisch und Italienisch:

Bisher entstanden diese Inhalte in Word-Dateien, die zwischen Autor:innen, Lektorat, Übersetzung und Layout hin- und herwanderten. Änderte sich etwas am Originaltext, musste das von Hand in jede Übersetzung und jedes Print-Layout nachgetragen werden. Wer wofür zuständig war, wer freigibt, wer sperrt: Das lief über E-Mails und Kopfwissen.

Das Bundesamt für Sport (BASPO), das J+S verantwortet, wollte das ändern – mit einer Lösung, die langfristig trägt und von Anfang an auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ziel war es, Abläufe zu optimieren, Ressourcen zu schonen und die Entstehung der Manuals konsequent vom Inhalt her zu denken, die bewährten Prozessschritte aber dennoch zu berücksichtigen. An diesem Punkt kamen wir ins Spiel: Wir bauen für das BASPO ein massgeschneidertes Redaktionssystem für die J+S-Manuals. Live ist es noch nicht, aber es steckt schon so viel drin, dass wir es dir zeigen wollen.

Zuerst der Inhalt, dann die Technik

Wir wissen aus vielen verschiedenen Projekten: Planung ist das halbe Leben, besonders wenn es um komplexe redaktionelle Inhalte geht. Bevor wir also Code geschrieben haben, ging es an die grundsätzlichen Fragen:

  • Wie ist ein J+S-Manual eigentlich aufgebaut?
  • Welche Bausteine kommen immer wieder vor – Kapitel, Lernschritte, Infoboxen, Warnhinweise, Übungsblöcke, Zitate?
  • Wie hängen sie zusammen?

Gemeinsam mit dem Team der BASPO Lernmedien haben wir diese Fragen in einem Datenmodell beantwortet. Wie müssen die Inhalte erfasst sein, damit sie ohne Kopieren gleichzeitig als Website, als PDF und in drei Sprachen (DE/FR/IT) erscheinen? Das ist Content First: Struktur zuerst, Layout danach.

Zur Zusammenarbeit sagt Francesco:

Wir schätzen die professionelle und gleichzeitig unkomplizierte Zusammenarbeit mit morntag. Das Team bringt viel Fachwissen und Erfahrung mit, berät pragmatisch und lösungsorientiert und geht auf unsere spezifischen Bedürfnisse ein. Der Austausch ist immer effizient, kollegial und angenehm.

Francesco Di Potenza, Projektleiter für die Einführung des Redaktonssystems bei den Lernmedien

Was wir gebaut haben

Das System läuft auf WordPress, aber so umgebaut, dass es sich für die Redaktion wie ein eigenes Werkzeug anfühlt und nicht wie ein System von der Stange. Unter anderem helfen dabei:

  • Individuelle Gutenberg-Blöcke für die wiederkehrenden Bausteine eines Manuals – Infobox, Zitat, Tabelle und mehr, gebaut nach dem gemeinsamen Datenmodell.
Zwei der individuellen Blöcke: ein Link-Block für Vertiefungsmaterial und ein Zitat-Block mit Piktogramm.
  • Ein angepasster Editor, der sich direkt an der inhaltlichen Struktur orientiert: Wer eine Trainingslektion erfasst, sieht genau die Felder, die dafür im Datenmodell definiert sind – nicht ein leeres Textfeld.
Editor für eine Trainingslektion: strukturierte Felder für Übungstitel, Beschreibung und Varianten statt eines leeren Textfelds
  • Blueprint-Funktion: Eine Vorlage, aus der für jede neue Sportart automatisch eine eigene, vollständig strukturierte Subsite entsteht.
  • Rollen- und Rechtesystem: Autor:in, Lektorat, Übersetzung, Redaktion – jede Rolle mit eigenen Berechtigungen, direkt in WordPress abgebildet.
  • Gesperrte Blöcke und Anweisungs-Container: Manche Textpassagen legt das BASPO zentral fest und sperrt sie für andere Rollen. Andere Blöcke enthalten nur eine Anweisung für die Redaktion – zum Beispiel «Bei diesem Block bitte nur die Sportarten anpassen». So bleibt der Blueprint konsistent, ohne dass jede Sportart bei null anfängt.
Zwei Container-Typen im Editor: rot gerahmt ein gesperrter Block, gelb gerahmt ein Block mit Anweisungen für die Redaktion.
  • Redaktioneller Arbeitsablauf mit Statusführung: Ein Beitrag durchläuft klar definierte Status wie «Ausstehend» bis zur Freigabe. Wer wissen will, wo ein Text gerade steht, schaut einfach ins System.
  • Kommentar- und Freigabefunktion direkt im Editor, damit Rückmeldungen dort landen, wo sie hingehören: an der Stelle im Text.
Änderungsverfolgung, Kommentare und der Veröffentlichungs-Workflow direkt im Editor
  • Mehrsprachigkeit: Deutsch, Französisch und Italienisch werden direkt im System gepflegt, die Übersetzung läuft mit dem Übersetzungsbüro mit dem Austauschformat XLIFF.
  • Redaktions-Dashboard: Status aller Kapitel auf einen Blick, offene Abgabetermine, ein Verlauf der letzten Änderungen und ein Schulungsvideo für neue Autor:innen – alles an einem Ort, sobald man sich einloggt.
Das Redaktions-Dashboard: Status aller Kapitel auf einen Blick, offene Abgabetermine und ein Schulungsvideo für neue Autor:innen.

Bald sind wir soweit

Normalerweise stellen wir unsere Referenzen erst vor, wenn ein Projekt fertig ist. Hier machen wir eine Ausnahme, weil in diesem Projekt schon so viel Arbeit steckt: Datenmodellierung, massgeschneiderte Technik.

Was den Prozess dieses Projekts auszeichnet, ist ein umfangreicher Austausch mit dem Team BASPO Lernmedien. Die Implementierung soll für alle Autorinnen und Autoren so reibungslos und einfach wie möglich sein.

Wir freuen uns schon sehr, das System bald im Einsatz zu sehen und laufend zu erweitern! Sobald das System live ist, aktualisieren wir diesen Beitrag.

Mehr erfahren?

Wir freuen uns, mit dir zu sprechen. Schreib uns einfach eine Nachricht!

Weitere Beiträge

Content-First-System: «LABMAG» (labmed Schweiz)

Referenzprojekt SARASANI – Titelseite des Pfadi-Magazins neben Smartphone und Laptop als Mockup für die digitale Version

SARASANI – das Pfadi-Magazin wird digital und wir dürfen mithelfen

Website-Mockup des Referenzprojekts HSB auf Laptop und Smartphone

Zäune bauen, Tore öffnen: Ein starkes Teamwork für das digitale Fundament von HSB